Was wäre, wenn Raum für Abschied und Trauer fortan im Vordergrund stehen könnten? – Corinna Nordhausen

Die fachliche Grundlage meiner Arbeit bilden meine Aus- und Weiterbildungen in den Bereichen Kinderkrankenpflege, Palliative Care, Pain Nurse, integrative Trauerbegleitung und Reittherapie.  

Ich war sowohl in Deutschland, als auch in Gahna tätig. Habe in der häuslichen und in der stationären Kinderintensivpflege gearbeitet und umfangreiche Hospiz-Erfahrungen gesammelt. 

Insgesamt blicke ich auf intensive 13 Jahre Berufserfahrung im palliativen Bereich zurück. 

Viele sterbende Menschen und ihre Familien habe ich in dieser Zeit begleitet. 

Aber viel bedeutsamer als die Abschlüsse und die langjährige fachliche Expertise sind für mich Leidenschaft fürs Leben und mein Ziel: Ich möchte Sterben bedürfnisorientiert zulassen. 

Corinna und Pia

Durch meine Arbeit habe ich weder die Angst vor dem Sterben, noch die vor dem Tod verloren. Doch ich habe mich ganz bewusst gegen die Angst vor dem Leben entscheiden!

Dies passt auch sehr gut zu meinem eigenen Weg: Über die Begleitung eines kleinen Mädchens namens Emmi,  fand ich im Jahr 2010 beruflich zusammen. Emmi wurde seit Jahren daheim durch Corinna betreut und kam für ihren letzten Lebensweg ins Kinder-Hospiz Sternenbrücke. Dort arbeitete Pia. Gemeinsam konnten wir Emmi und ihrer Familie einen würdevollen Abschied gestalten. 

Emmi ging.

Corinna blieb. 

Ich arbeite viel und gerne in der Sternenbrücke. Inspiriert durch unsere individuellen beruflichen Entwicklungen (Pia studierte nebenbei Theaterpädagogik, Corinna absolvierte die Ausbildung zu Trauerbegleiterin) und unseren jeweiligen Lebenswegen, waren wir einander tolle Gefährtinnen.

Wir lernten viel über das Leben – dem Tod täglich so nah.

Nach einem Jahr beschlossen wir, auch unser privates Leben zu „teilen“ und zogen zusammen in Corinnas sieben Meter langen Hymer.

Mittlerweile sind wir Mütter von drei wunderbaren Kindern und bleiben – auch nach unserer Trennung – innig verbunden. Verbunden durch unsere Familie und unser gemeinsames Herzensthema: Wir wollen den Tod und alles was dazu gehört, da hin rücken wo es hingehört. In die Mitte der Gesellschaft!

Unser Ziel ist es, dass Menschen selbstbestimmt in Würde sterben, trauern aber auch begleiten können. Für uns bedeutet das, Menschen in ihrer letzten Lebensphase auf eine Weise zu begleiten, die ihren individuellen Bedürfnissen entspricht und ihnen Selbstbestimmung ermöglicht. Für uns bedeutet das aber auch, Menschen, die das Sterben begleiten, zu empowern.

Aus unserer Erfahrung und vielen Geschichten von Pflegenden und anderen Berufsgruppen, sowie Erzählungen von Sterbenden und Zugehörigen, sind wir überzeugt, dass es eine große Veränderung im System braucht. Dringend!

Stress, Druck, Last, Trauer, Wut, Hilflosigkeit, Unzufriedenheit, Schmerz, Angst, Leere … Das alles sind Gefühle, die uns immer wieder im Zusammenhang mit Sterben, Begleiten und Trauern begegnen.

Wie wäre es, wenn Worte wie Zeit, Lachen, Reden, Kompetenz, Gemeinsamkeit, Raum für Abschied und Raum für Trauer fortan im Vordergrund stehen könnten?

Und zwar bei allen Beteiligten!

Genau hier möchte ich mit Traudichkeit ansetzen.

Ich möchte Menschen, die – egal wo – mit Sterbenden zu tun haben, den Rücken stärken. Ihnen konkrete Dinge an die Hand und ins Herz geben. Ihnen die Hilflosigkeit nehmen.  

Gemeinsam hinschauen und (Aus)Wege finden.

Ja …  genau dafür habe ich Traudichkeit gegründet.

Zusammen können wir viel bewegen.

Ich freue uns auf DICH.